Schleswig-Holstein-Tourismus 2020: Ein Halbjahr der Extreme

Kiel, 01. September 2020

Es waren nicht nur Rückgänge, die Minister Dr. Bernd Buchholz, Tourismusminister des Landes Schleswig-Holstein, und Dr. Bettina Bunge, Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, im Hinblick auf die touristische Halbjahresbilanz 2020 verkünden mussten. Im Gegenteil zeigten die Ergebnisse auch positive Tendenzen.

Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz und Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein stehen vor den neuen Motiven der Nebensaisonkampagne und lächeln © WiMi/Haase
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9 Millionen Übernachtungen im 1. Halbjahr mit insgesamt deutlichen Rückgängen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, aber einer positiven Richtung

„Wir hatten einen guten Start ins neue Jahr, dann aber zwei Monate für Gäste geschlossen und können seit 18. Mai endlich wieder touristisches Geschäft vermelden. Viele Menschen wollten an die See, an den Strand, in die Natur. Und die Betriebe in Schleswig-Holstein waren sehr gut vorbereitet. Das hat sich jetzt schon ausgezahlt, wir konnten immerhin 9 Millionen Übernachtungen im 1. Halbjahr verzeichnen. Teilweise sehr gute Buchungszahlen für die Sommermonate und den kommenden Herbst deuten auf ein verhältnismäßig gutes touristisches Jahr 2020 hin“, bilanzierte Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz anlässlich des Halbjahresgespräches am 02. September. „Im Bundesvergleich zeigt Schleswig-Holstein sogar die geringsten Rückgänge aller Bundesländer“, so der Minister erfreut.

Halbjahr der Extreme bei den touristischen Übernachtungen

Wie das Statistikamt Nord Ende August mitteilte, kamen im 1. Halbjahr 2020 rund 2,2 Millionen Gäste nach Schleswig-Holstein, das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang von mehr als 43 Prozent. Auch die Zahl der Übernachtungen lag mit rund 9,0 Millionen deutlich (- 37,9%) unter dem Vorjahresniveau. Die Tendenz ist aber positiv, und trotz Ausfall des Ostergeschäfts und Einreiseverbots über mehrere Monate konnte mehr als 50% des Volumens vom Rekordjahr 2019 erreicht werden. Die Aufenthaltsdauer der Gäste in Schleswig-Holstein betrug im 1. Halbjahr 2020 im Durchschnitt 4,1 Tage, deutlich länger als im Vorjahreszeitraum 2019 (3,7 Tage). Diese längere Verweildauer führte Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), auf einen Urlaubsstau zurück.*

(*Bei der Analyse der statistischen Zahlen ist abschließend zu beachten, dass ggf. durch die Berichtskreiserweiterung der letzten Jahre die Zuwächse und Rückgänge etwas relativiert werden müssen. Somit ist das bereinigte Endergebnis abzuwarten. )

„Wer im Frühjahr verreisen wollte, war zunächst gezwungen, zuhause zu bleiben. Dann waren die innerdeutschen Grenzen wieder offen, und die Menschen wollten schnellstmöglich schon im Mai und Juni mehrere Tage Urlaub in Nahzielen realisieren, davon profitierte Schleswig-Holstein“, so Bunge. „Touristische Hotspots sind fast wieder auf Vorjahresniveau, aber einige Orte, Regionen und Betriebe haben noch zu kämpfen. Erkennbar ist auch bereits für Juli und August, dass wir in diesem Sommer neue Gästegruppen oder Menschen, die lange nicht mehr bei uns waren, begrüßen durften“, erläuterte Bunge.

Starke Unterschiede bei den Beherbergungsarten

Natur- und Landurlaube, möglichst autark organisiert und erlebt, sind in diesem Sommer besonders beliebt. Das zeigt sich auch bei der Auswahl der gebuchten Beherbergungsbetriebe. Vor allem Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze konnten im 1. Halbjahr 2020 eine deutlich höhere Nachfrage/Buchungslage verzeichnen. Hier lässt sich erkennen, dass für viele Urlauber der Abstands- und Sicherheitsaspekt in Zeiten von Corona bei der Wahl ihrer Urlaubsunterkunft in diesem Sommer eine große Rolle spielt.

Die Tagungshotellerie und die Jugendherbergen im Land machen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres extreme Verluste, da viele Kongresse sowie Schüler- und Gruppenreisen abgesagt wurden. Jugendherbergen büßten teils 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein.

Gewinner und Verlierer bei den Übernachtungsorten

Nord- und Ostsee waren vor allem im Juni bei den Urlaubern sehr gefragt. Dabei konnte die Ostsee bei den Übernachtungen die größten Zuwächse verzeichnen. Auch das Binnenland, das viel Weite und Natur bietet, scheint durch Corona in der Beliebtheit zu steigen. Die Touristiker im Städtefünfeck Schleswig-Rendsburg-Heide-Husum-Flensburg konnten anders als in den Vorjahren vor allem zwischen Pfingsten und Beginn der Sommerferien ein erfreuliches Plus verzeichnen. „Verluste vermeldeten vor allem Städte mit normalerweise viel Tagungs- und Messegeschäft. Glücklicherweise können einige Städte mittlerweile von Strandurlaubern profitieren, die an den Küsten keine Unterkunft mehr bekamen und auf Städte ausgewichen sind“, sagte Bunge.

Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich vorn dabei

Schleswig-Holstein verzeichnete bei den Übernachtungen im 1. Halbjahr die geringsten Rückgänge im Vergleich der 16 Bundesländer. Absolut gesehen, steht der Schleswig-Holstein-Tourismus auf Platz 5 der Übernachtungen Jan-Juni 2020. Zählt man nur den Monat Juni, so kann sogar Platz 2 bei den Übernachtungen hinter Bayern verzeichnet werden. Dass der Campingurlaub in Schleswig-Holstein enorm an Bedeutung zugenommen hat, zeigt sich auch im Bundesländervergleich. Im Juni wurden +14,2 % ggü. Vorjahresmonat gezählt, das ist Platz 1. Schleswig-Holstein steht nach Mecklenburg-Vorpommern und Bayern absolut gesehen auf Platz 3 der Campingübernachtungen, auf aktuell 273 geöffneten Campingplätzen.

Volumenbringer an Nord- und Ostsee im Juni 2020 (ohne Camping)

Die zehn Orte bzw. Gemeinden im Land mit den meisten Übernachtungen im Juni 2020 waren in dieser Reihenfolge: Sylt, St. Peter-Ording, Lübeck (mit Travemünde), Fehmarn (Stadt), Timmendorfer Strand, Büsum, Grömitz, Scharbeutz, Wyk auf Föhr (Stadt), Wenningstedt-Braderup.

Prognose für das 2. Halbjahr 2020 und Ausblick 2021 optimistisch

Insgesamt ist bereits jetzt eine stufenweise Erholung des Tourismus in Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich zu erkennen. Das Juli- und August-Geschäft wird voraussichtlich teils über Vorjahresniveau liegen. Schon jetzt kommen auch viele Buchungen für den Herbst und das Folgejahr rein. Zu erwarten ist ein Jahresergebnis 2020 unter dem Rekordjahr 2019, aber mit voraussichtlich nur moderaten Rückgängen von minus 5 bis minus 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Der Schleswig-Holstein-Tourismus behauptet sich trotz der Corona-Pandemie. Die gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Wirtschaft, von Verbänden und Einwohnern im Land zahlen sich aus. Lassen Sie uns gemeinsam weiter für den Erfolg dieser wichtigen Branche arbeiten, es gibt auch zukünftig noch viel zu tun“, so Minister Dr. Bernd Buchholz abschließend.

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