Winter-Traditionen an Nord- und Ostsee

Kiel, 28. Januar 2019

Die Schleswig-Holsteiner haben ihre ganz eigenen, teils uralten Traditionen. Einen Winter mit typischen Brauchtümern im echten Norden zu erleben, ist einfach großartig.

Feuer am Strand mit vielen Zuschauern in Schleswig-Holstein © Oliver Franke/SPO
© Oliver Franke/SPO

So sind sie, die Küstenbewohner. Sie lassen sich zu jeder Jahreszeit etwas einfallen. Und bleiben zugleich ihren Traditionen treu. Ein Pharisäer oder ein Grog im gemütlichen Café schmecken nach einem Strandspaziergang oder einer Boßeltour am besten. Zum Aufwärmen laden auch die Strandsaunen an Nord- und Ostsee ein. Und wenn im Februar die Biike-Feuer brennen, leuchten die Strände im Feuerschein. Einen Winter mit typischen Traditionen in Schleswig-Holstein zu erleben, ist einfach großartig.

 

Biikebrennen am Strand

Die Rheinländer haben den Karneval, die Friesen das Biike-Brennen. Ohne Kostüme und Konfetti, aber mindestens genauso beeindruckend und unterhaltsam. Natur und Feuer spielen am 21. Februar, dem Vorabend des Petri-Tags, die Hauptrollen in vielen Orten Nordfrieslands. Das Biikebrennen (Biike - friesisch: Bake, Feuerzeichen, See-zeichen) ist auf Sylt, Amrum, Föhr, Pellworm und Nordstrand sowie auf dem Festland ein traditionsreiches Volksfest. In St. Peter-Ording begeistert das bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebte Biikebrennen vor der grandiosen Kulisse der Seebrücke, der Salzwiesen und des Strands.  Ab 18.30 Uhr lodern hohe Flammen in den Abendhimmel und vertreiben traditionell den Winter. Auf der Halbinsel Eiderstedt lädt Tönning in Zusammenarbeit mit dem Multimar Wattforum am 21. Februar zur „Langen Nacht der Biike“ ein. Danach geht es traditionell zum Grünkohlessen zum Beispiel ins Restaurant „Zum Goldenen Anker“ oder ins „Godewind“, beide direkt am Hafen.

Auch an der Ostseeküste spielt das Feuer im Februar eine große Rolle: Grömitz, Dahme und Kellenhusen laden zu Fackelwanderungen ein. Die zahlreichen Strandfeuer zum Vertreiben der Wintergeister sind längst auch an der Ostsee zur Tradition geworden. So wird meist eine Strohpuppe, die den Winter symbolisiert, unter Beifall der Zuschauer verbrannt. Am 2. März treffen sich große und kleine „Wintervertreiber“ zum Fackelmarsch und anschießendem Strandfeuer in Grömitz und ebenfalls am 2. März lädt Kellenhusen zum Wald-und Wellenfackelumzug ein.

www.nordseetourismus.de/alle-biikefeuer-am-21februar

www.kellenhusen.de

www.groemitz.de/strandfeuer

 

Werfen mit Kugeln

Die spinnen, die Küstenbewohner. Da laufen sie durch die Gegend und werfen mit Kugeln. Und das mitten im Winter. Tatsächlich hat das, was für Gäste zumindest seltsam aussieht, eine uralte Tradition. Das Boßeln wird seit Jahrhunderten im Norden betrieben und war ursprünglich dazu gedacht, sich in den rauen, kalten Wintermonaten körperlich zu betätigen. Das Ziel des Spiels ist einfach. Man muss eine Kugel (die Boßel) so weit es geht ins Gelände werfen. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Gewonnen hat die Mannschaft, deren Boßel nach einer vorher verabredeten Anzahl von Würfen am weitesten im Feld liegt. Vor allem auf den Inseln spielen die Menschen mit Hingabe, aber auch auf dem Festland. Weniger professionell, dafür besonders lustig sind Boßeltouren, die überall in Schleswig-Holstein angeboten werden. In der Wilstermarsch  zum Beispiel starten die etwa vierstündigen Touren mit Bollerwagen, Ausrüstung und Boßelführer am Elbdeich Hollerwettern und enden mit einem Grünkohlessen in Wilster.

www.wilster.de

 

Grünkohl und Grog

Wenn es draußen kalt wird, setzen die Schleswig-Holsteiner auf Wärme von innen. Zum beliebtesten winterlichen Küsten-Essen gehört Grünkohl „mit allem“ (Wurst, Bauch, Kassler oder Nacken), und meist mit den köstlichen, karamellisierten Kartoffeln. Auf der Karte stehen im Winter häufig nordfriesisches Salzwiesenlamm mit Bohnen und Speck oder Schwarzwurzeln und Tüften (plattdeutsch für Kartoffeln). Auch der berühmte Dithmarscher Kohl aus Europas größtem geschlossenem Kohlanbaugebiet ist eine schmackhafte Beilage.

Besonders erfinderisch sind die Menschen an der Küste, wenn es um wärmende Getränke geht. Winterzeit ist Punschzeit, Glühweinzeit und Grogzeit. Sehr gern wird Eiergrog aus Eigelb, Zucker, Rum, Wasser und einer Prise Muskat getrunken, ebenso der beliebte Pharisäer, der aus Kaffee, Zucker, Rum und Sahne besteht. Das Getränk verdankt seinen Namen einem Pastor auf Nordstrand, der seine Gastgeber als Pharisäer bezeichnete, weil sie auf einer Familienfeier den Rum in Kaffee gossen um den Alkohol vor ihm zu verbergen. Der Schwindel flog auf, als die Gäste vom Kaffee immer lustiger wurden, Pastor Georg Bleyer versehentlich eine falsche Tasse erhielt und rief: Oh, was seid ihr doch für Pharisäer!“  Übrigens: Der „Pharisäer“ wird nicht umgerührt. Die Geschichte spielte sich im Pharisäerhof auf Nordstrand ab, den man heute noch besuchen kann. Auch im Café „Nordstrander Teestuv“ neben der Nordstrander Töpferei lohnt die Einkehr. Eva Jensen serviert Eierlikör- oder Friesentorte und macht den Kaffee fertig. Und nun, wie man in Nordfriesland sagt: „Lat di Tied“ - Lass dir Zeit...!

www.nordstrand.de

 

Heiß und kalt am Strand

Aufwärmen funktioniert natürlich auch gut ohne Alkohol – in einer Strandsauna zum Beispiel. Hier können auch nicht ganz so abgehärtete Naturen die Tradition des Neujahrsanbadens den ganzen Winter über fortsetzen.  Erst heiß, dann kalt, dann wieder heiß – ein herrliches Wechselbad! Strandsaunen gibt es zum Beispiel auf Sylt am Strandabschnitt Samoa, in Hörnum, bei List (Strandsauna Listland) oder bei Rantum. An der Ostsee laden die Strandsauna Wallnau auf Fehmarn oder die Strandsauna am Ostseebad Damp zum Aufwärmen mit anschließender Abkühlung im winterlichen Meer ein.

www.sh-tourismus.de/urlaubswelten/straende

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