Zahlen & Fakten*
Wertschöpfung
Der Tourismus zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Schleswig-Holstein. Er trägt in hohem Maße zu Einkommen und Beschäftigung bei. Nicht nur die Hoteliers, Privatvermieter und Gastronomen profitieren vom Tourismus, auch Handel, Dienstleistungsunternehmen, Verkehrsunternehmen und nachgelagerte Unternehmen, z.B. aus der Baubranche, generieren direkt oder indirekt Umsätze aus dem touristischen Geschehen.
Der Umsatz im Schleswig-Holstein-Tourismus betrug nach Schätzungen des Instituts für Management und Tourismus (IMT) im Jahr 2008 rund 7,3 Mrd. Euro. Von den Umsätzen wird ein Teil direkt zu Löhnen oder Gehältern, der andere Teil wird für Vorleistungen – den Einkauf von Gütern, Waren und Dienstleistungen, die zur Erstellung des touristischen Produkts benötigt werden – verwendet. Dies erzeugt wiederum Einkommen bei den Lieferanten in der 2. Umsatzstufe. Für Schleswig-Holstein wurden so 3,5 Mrd. Euro Einkommen ermittelt. Gemessen am gesamten Volkseinkommen Schleswig-Holsteins betrug der touristisch induzierte Anteil 5,7%.
Rein rechnerisch bezogen im Ergebnis ca. 160.000 Einwohner in Schleswig-Holstein ihr Einkommen im Jahr 2008 vollständig aus dem Tourismus.
Tourismusintensität
Die Tourismusintensität ist ein Indikator für die relative Bedeutung des Tourismus für ein Bundesland. Die Tourismusintensität der einzelnen Bundesländer unterscheidet sich deutlich voneinander. Schleswig-Holstein weist eine hohe Tourismusintensität auf und belegt mit einem Wert von 8.407 Übernachtungen je 1.000 Einwohner hinter Mecklenburg Vorpommern mit einem Wert von 16.373 im bundesweiten Vergleich den zweiten Rang. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Tourismusintensität 4.495. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Entwicklung der Ankunfts- und Übernachtungszahlen
Nach einer über mehrere Jahre anhaltenden negativen Entwicklung bei den Übernachtungszahlen war seit dem Jahr 2005 wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Hierbei ergaben sich deutliche Unterschiede bei der Höhe der Zuwächse nach Quellmärkten: der Zuwachs aus den ausländischen Quellmärkten war überdurchschnittlich hoch.
Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise setzte sich diese Entwicklung 2009 aber nicht fort. Nur in einigen Quellmärkten konnte das Niveau der Übernachtungszahlen noch einmal gesteigert werden.
Es bleibt abzuwarten ob und inwieweit sich das Reiseverhalten der ausländischen Gäste wieder „normalisiert“. Zur langfristigen Steigerung der Übernachtungszahlen bieten die ausländischen Märkte aber weiterhin erhebliche Potenziale.
Bei der Erschließung der Auslandsmärkte darf aber nicht vergessen werden, dass die Märkte im Inland den weitaus größten Anteil bei dem Übernachtungsvolumen stellen. Der Mitteleinsatz auf den Quellenmärkten außerhalb der Bundesrepublik darf aus diesem Grund nicht zulasten des Budgets im Inlandsmarketing gehen.
Ein Nachlassen in diesem Bereich könnte aufgrund der starken Konkurrenzsituation zum weiteren Verlust von Marktanteilen und damit einhergehenden Rückgängen bei den Ankunfts- und Übernachtungszahlen führen.
Während Schleswig-Holstein nach Bayern lange Zeit das zweitwichtigste Urlaubsreiseziel der Deutschen war, ist Mecklenburg Vorpommern nach der Wiedervereinigung zu einem bedeutendem Konkurrenten für Schleswig-Holstein geworden.
Dänemark nimmt eine Spitzenposition bei den Auslandsankünften in Deutschland ein. So geht jede fünfte Reise aus Dänemark
nach Deutschland. Besonders die deutschen Grenzregionen sind ein beliebtes Ziel für dänische Eintagesbesucher.
Schwedische Gäste sind in Bezug auf Reisen preissensibel, was preisgünstige Destinationen zu attraktiven Reisezielen macht. Viele Einkaufsreisen führen nach Norddeutschland, die Haupt-Quellregion ist Südschweden.
Bei den Schweizern besonders nachgefragte Produkte sind Städtereisen, bei denen Deutschland seinen Marktanteil im Vergleich zur europäischen Konkurrenz deutlich ausbauen konnte. Aber auch Kulturreisen, kulinarische Aufenthalte sowie Wellness, Sport- und Aktivurlaub und nicht zuletzt Shoppingreisen liegen derzeit sehr im Trend.
In erster Linie befriedigt Deutschland den Bedarf an Kurzreisen (bis zu 4 Tagen) im Nahbereich. Rundreisen mit PKW, Bus (und Bahn), Städtereisen, sowie Kultur- und Erlebnisreisen haben über Jahrzehnte ihre Anziehungskraft im norwegischen Markt bewiesen.
Österreich ist ein ausgeprägter Individualreisemarkt bei den Reisen ins benachbarte Deutschland. Die Gleichsprachigkeit schlägt sich auch auf das Buchungsverhalten nieder. Die Gleichsprachigkeit schlägt sich auch auf das Buchungsverhalten nieder.