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Schleswig-Holstein als Reiseziel der Deutschen
Nachdem sich der Anteil der Auslandreisen seit Mitte des 20 Jh. über mehrere Jahrzehnte kontinuierlich erhöht hat, ist in den letzten Jahren bei dem Verhältnis von Inlandsreisen zu Auslandsreisen eine Stabilisierung zu beobachten. Der Inlandsanteil hält sich über mehrere Jahre hinweg relativ konstant bei 30%.
Bei einer differenzierten Betrachtung der beliebtesten Inlandsreiseziele ist auch bei einem stabilen Anteil bei den Inlandsreisen insgesamt eine Dynamik zu beobachten:
Während Schleswig-Holstein nach Bayern lange Zeit das zweitwichtigste Urlaubsreiseziel der Deutschen war, ist Mecklenburg Vorpommern nach der Wiedervereinigung zu einem bedeutendem Konkurrenten für Schleswig-Holstein geworden. Direkt nach der Wiedervereinigung belegten die beiden Bundesländer noch im Wechsel den zweiten Rang, seit 2002 ergibt sich aber ein eindeutiges Bild auf den ersten drei Rängen:
- Bayern steht bei den Urlaubsreisen der Deutschen nach wie vor an der Spitze, im Jahr 2009 gingen 6,7% der Urlaubsreisen in dieses Bundesland.
- Mecklenburg-Vorpommern belegt mit einem Anteil von 6,5% den zweiten Rang.
- Schleswig-Holstein war bei 4,1% der Urlaubsreisen das Reiseziel, damit liegt das nördlichste Bundesland auf dem dritten Rang.
(Quelle: FUR Reiseanalyse)
Entwicklung der Ankunfts- und Übernachtungszahlen
Nach einer über mehrere Jahre anhaltenden negativen Entwicklung bei den
Übernachtungszahlen war seit dem Jahr 2005 wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Hierbei ergaben sich deutliche Unterschiede bei der Höhe der Zuwächse nach Quellmärkten: der Zuwachs aus den ausländischen Quellmärkten war überdurchschnittlich hoch. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise setzte sich diese Entwicklung 2009 aber nicht fort. Nur in einigen Quellmärkten konnte das Niveau der Übernachtungszahlen noch einmal gesteigert werden. Es bleibt abzuwarten ob und inwieweit sich das Reiseverhalten der ausländischen Gäste wieder „normalisiert“. Zur langfristigen Steigerung der Übernachtungszahlen bieten die ausländischen Märkte aber weiterhin erhebliche Potenziale.
Bei der Erschließung der Auslandsmärkte darf aber nicht vergessen werden, dass die Märkte im Inland den weitaus größten Anteil bei dem Übernachtungsvolumen stellen. Der Mitteleinsatz auf den Quellenmärkten außerhalb der Bundesrepublik darf aus diesem Grund nicht zulasten des Budgets im Inlandsmarketing gehen. Ein Nachlassen in diesem Bereich könnte aufgrund der starken Konkurrenzsituation zum weiteren Verlust von Marktanteilen und damit einhergehenden Rückgängen bei den Ankunfts- und Übernachtungszahlen führen.



